Mrz
14
2011

Stammtisch 2.0

Zur Zeit beobachte ich einen Trend in facebook.

Das Muster, dass ich bemerkt habe, hat ungefähr folgenden Ablauf:

  1. Es passiert etwas Erschreckendes (Kindesmord, Kernkraftwerk fliegt in die Luft oder Guttenberg tritt zurück)
  2. facebook-freunde und Twitterraner machen ihrem Unmut Luft indem sie in <140 Zeichen Nachrichten ihre Meinung kund tun. Die eingedampfte Massenmeinung ist dabei wenig konstruktiv sondern mehr a la “Das geht ja gar nicht, die Verantwortlichen liegen ja wohl voll daneben!”.
  3. Es werden ein paar facebook Gruppen gegründet. (“Für eine Verschärfung der Strafen für Sexualstraftäter!”, “Wir wollen Guttenberg zurück!”, “Atomkraft – nein danke!”).
  4. In diesen Gruppen wird zu Demonstrationen aufgerufen.
  5. pro 500.000 Mitglieder kommen dann auch tatsächlich ganze 200 zur Demo…

Ich vermute, viele Teilnehmer der Facebook-Gruppen – obwohl keinen Deut interessierter als zuvor – haben plötzlich das Gefühl, politisch alktiv gewesen zu sein… Die 200 Menschen, die letztlich wirklich zur Demo gehen, wären auch vor 10 Jahren zusammen gekommen, ganz ohne Web 2.0. Aber heutzutage taugt es noch als Nachricht und als vermeindliches Meinungsbarometer zu vermelden wie viele Menschen sich nun dieser oder jener Gruppe zugeteilt haben.

Interessant finde ich dann, dass die Inhalte der Gruppen oder gar die Beiträge ihrer Mitglieder nicht einmal ansatzweise so wichtig sind wie ihr Name. Wer braucht schon differenzierte Argumentation wenn eine simnple Meinung kund zu tun ist? Es reicht schließlich., gegen Atomkraft oder für härtere Strafen zu sein. Wozu sich dann die Frage nach Alternativen, Rechtfertigung oder gar Sinnhaftigkeit stellen?

Was mich interessieren würde: Was passiert eigentlich mit 500000 Mitglieder zählenden Gruppen _nachdem_ das gruppenstiftende Ereignis vorüber ist? Werden die verkauft? Schließt der Initiator die Gruppe?

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Was soll das hier?

Das hier ist ein sogenanntes Web-Log (oder Blog) in dem Dirk Primbs sich selbstdarstellerisch, gelegentlich witzig und manchmal auch zynisch-unfreundlich über eine breite Spanne an Themen ausläßt. Von Religion über Politik bis Technik, Fernstudium und Patchwork 2.0 reicht die Bandbreite, macht da aber nicht halt. Ein Kraut-und-Rübenblog sozusagen. Trotzdem interessant, glaubt Dirk...

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