Apr
12
2011

Zeitaufwand fürs Fernstudium

Es ist schon verrückt… Hätte mir jemand vor zwei Jahren gesagt, ich würde einmal Familie, internationalen Job und ein Fernstudium gleichzeitig handhaben und dabei noch behaupten, Freizeit und Lebensqualität zu haben: Ich hätte ihn für verrückt erklärt.

Doch genau so ist es. Und es klappt sogar ganz gut. Ja, sogar zum Bloggen bleibt mir noch Zeit Smile

Jetzt nehmen die meisten Menschen an, ich wäre ein Wunder an Selbstdisziplin. Allerdings ist dem wirklich nicht so. Ich bin eher ein Meister der Verschieberitis, habe allerdings dafür gesorgt, dass ich den Impuls immer nutze, auf anderes Nützliches zu “verschieben” und nach Möglichkeit dabei Spaß zu haben.

Außerdem ist mein Berufsleben auch so etwas wie die Eintrittskarte zur freien Zeiteinteilung. Ich könnte definitiv nicht so studieren wie ich es zur Zeit gewohnt bin, hätte ich einen 9-5 Bürojob mit Anwesenheitspflicht. Doch wie sieht nun meine Woche ganz konkret aus? Schaut Euch diesen Screenshot an, er zeigt grob wie meine vorletzte Woche aussah:

image

Ich habe zwei Tage pro Woche an denen ich bis spät nachts arbeite um mit meinen US Kollegen in ihrer Zeitzone Kontakt halten zu können. Außerdem habe ich zwei “Office”-Tage an denen ich im Büro bin um an Meetings teilzunehmen, meine Reisekosten abzurechnen und Dinge zu erledigen für die ich die dortige Infrastruktur benötige.

Die Kids kommen meist zwischen 4 und halb 5 heim, ich mache in der Zeit Pause, mindestens bis meine Liebste™ eintrifft. Und das Wochenende ist bei schönem Wetter auf jeden Fall heilig und bei schlechtem überwiegend Smile

Ich komme im Allgemeinen auf irgendwas zwischen 38 und 45 Stunden Arbeit und

auf ca. 5h Studium… Wenn es im Studium eng wird, dann mache ich gelegentlich die Fahrt ins Büro mit dem Zug um mich dort durch meinen Lesestoff arbeiten zu können…

Wirklich wichtig für meine geistige Gesundheit sind jedoch die Wochenenden. Ich gestehe, das manchmal (bei schlechtem Wetter besonders) einige Stunden für Arbeit oder Studium verwendet werden. Doch überwiegend sind wir tatsächlich an Wochenenden aktiv, d.h. bei erträglichem Wetter in den Bergen. Dadurch kam wirklich noch nie das Gefühl auf, ich würde meine Familie vernachlässigen. Nachdem die bei mir Prio 1 vor allem anderen sind war mir das immer schon besonders wichtig.

Fazit: es geht. Der Trick ist, immer wieder zu wechseln. Wenn man das nicht selbst bestimmen kann, hilft hier Unterstützung vom Vorgesetzten zu erfragen und ansonsten einfach zwischen den Welten springen. Bis jetzt funktionierts und ür einen Pass 2-3 war es auch in meinem Studium bisher immer ausreichend…

Ich bin neugierig, von Euren Wochen zu hören. Auch wenn ihr nicht studiert oder vielleicht auch selbstständig seid wäre eine zeitaufteilung wie die obige interessant zu sehen.

So interessant,dass ich unter den Kommentaren jetzt mal spontan ein T-Shirt Eurer Wahl aus meinem T-Shirt-Shop verlose… Also los!

Update: Ich habe einen weiteren Post zu dem Thema verfaßt, da ich aus dem eingehenden Feedback schloss, dass etwas mehr Erklärung notwendig ist Smile

Kommentare (5) -

Uli

Hallo Dirk,

interessante Aufteilung, die du hier präsentierst ...

Ich habe im April das Studium Wirtschaftswissenschaften begonnen und bin immer noch in der Findungsphase, was meine Organisation angeht ...
Ebenso wie du habe ich mir überlegt, einen Kalender einzurichten, in dem ich meine Termine koordiniere.

Ich finde es klasse, wenn man die Zeit hat, sein Studium so zusammen zustellen, ich persönlich muss schauen, wie ich Familienleben, Arbeit im 3-Schicht-System und das Studium unter einen Hut bekomme ...
Lass mich weiter an deiner Organisation teilhaben, vielleicht kann ich mir da noch was abschauen ...

Gruß Uli

Alicia

Hey Dirk,

ich mache gerade auch ein Fernstudium (Wirtschaftswissenschaften an der Fernuni Hagen) und hatte im ersten Semester auch so meine Probleme mit dem Zeitmanagement. Sagen wir mal: Die Verschieberitis kommt mir bekannt vor ;).

Ich habe mir jetzt auch einen Zeitplan erstellt und lerne jeden morgen, gleich nach dem Aufstehen. Es ist echt schwer, neben Job, Familie und Freizeit konzentriert zu lernen, aber man muss sich eben selbst Termine setzen und die auch einhalten. Dann nervt das schlechte Gewissen zumindest nicht immer so.

Ich finde es gut, dass du dir die Wochenenden heilig hältst, man darf es nicht übertreiben. Und ein Ausgleich muss sein. Mir gefällt dein Plan, Organisation ist alles!

Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und Spaß beim Lernen!

Viele Grüße,

Alicia

Lars

Hey Dirk,

bei mir sind es deutlich mehr Stunden. Ich komme bei aktuell zwei Modulen auf gut 12 bis 16 Stunden pro Woche. Mittwoch und Samstag sind Vollzeit Lerntage (6-8 Stunden) und Sonntag ist immer arbeitsfrei. Wenn ich nur einen Kurs habe halbiert sich natürlich die Studienzeit. Gerade die Zeit vor den Exams - meist ab 8 Wochen vorher - ist sehr arbeitsintensiv, weil viel Wissen abrufbar gemacht werden muss.

Gruss
Lars

Dirk Primbs

Hi Lars,
es ist anzumerken, dass mein Zeitplan nicht bedeutet, dass ich mich nur in den als "Studium" markierten Zeiten mit meinen Lerninhalten beschäftige. Nur sind diese Zeiten exklusiv für Studium und die anderen Zeiten exklusiv für meinen Job reserviert... Wenn man die Stunden dazunimmt, in denen ich Lerninhalte in meinen Arbeitsalltag einbringe, komme ich vermutlich auch auf mehr...
Außerdem muß man sehen, dass ich im Urlaub praktisch zum Vollzeitstudenten mutiere Smile
viele grüße,
Dirk

Dirk Primbs

Hi Alicia...
Gratulation: Du hast ein T-Shirt gewonnen Smile
Jetzt hoffe ich, Dir gefällt eins aus dem Shop ansonsten gebe ich bescheid sobald ich die nächste Runde gestaltet habe Smile

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Was soll das hier?

Das hier ist ein sogenanntes Web-Log (oder Blog) in dem Dirk Primbs sich selbstdarstellerisch, gelegentlich witzig und manchmal auch zynisch-unfreundlich über eine breite Spanne an Themen ausläßt. Von Religion über Politik bis Technik, Fernstudium und Patchwork 2.0 reicht die Bandbreite, macht da aber nicht halt. Ein Kraut-und-Rübenblog sozusagen. Trotzdem interessant, glaubt Dirk...

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