Mai
23
2011

worldblu

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In der westlichen Welt sind wir es gewohnt, das Wort “Demokratie” im Munde zu führen. Gerne vergessen wir (oder wissen es auch gar nicht), dass es rein demokratische Prozesse oft gar nicht gibt, denn mitnichten ist überall die allgemeine Mitbestimmung und Mit-Information gegeben, die dafür notwendig wäre.

Zu den allgemein gewohnten Systemen mit dem geringsten demokratischen Anspruch gehören oft Unternehmen. Dort wird die Arbeit zwar auch in Gruppen abgestimmt, aber letztlich finden Entscheidungsprozesse dann doch meist entlang der hierarchischen Strukturen statt und sowohl Kontrolle als auch Mitbestimmung ist dann doch sehr eingeschränkt.

woldblu nun ist eine Initiative, die genau dort ansetzt: Mit dem Ziel, demokratische Unternehmensstrukturen zu fördern und ein paar spannenden Unternehmen in der Liste ist das ein wirlich interessanter Gedanke.

Beim Durchsurfen beschlich mich aber auch gelegentlich der Gedanke “where’s the beef?”. Guidance, Showcases und vielleicht auch weiterführender Lesestoff fehlen leider noch.

Trotz allem eine Idee, die es wert ist näher durchdacht zu werden. Eines meiner Studienthemen ist ja ein gesamtheitlicher, systemischer Blick auf Unternehmen und vielleicht den Versuch wert, sich mit Hilfe der dort vermittelten Theorien damit auseinanderzusetzen….

Kommentare (4) -

Hannes Preishuber

Unternehmensführung ist (neben Geekthemen) ja sozusagen mein Hobby. Nun habe ich zwar 14 Jahre Erfahrung aber eben nur in der Sparte 1-50 Mitarbeiter.
Ich kann mir nicht vorstellen das Demokratie funktioniert. Das spannungsgfeld Kunde, Mitarbeiter und wirtschaftliche Rahmenbedinungen erzwingen den Dauerkompromiss der täglich justiert sein möchte. Demokratische Entscheidungswege sind zu langatmig und oft auch strategisch widersprüchlich.
Also eine klares Nein zu Demokratie im Unternehmen.

Dirk Primbs

Hm... laß mich das Offensichtliche fragen: Wie schaffen es Staaten demokratisch zu funktionieren? Letztlich reden wir da von großen Meta-Organisationen, deren Führungspersonal und Entscheidungsprozesse demokratisch geprägt sind.
Und auch dort gibt es dieses Spannungsfeld und den Dauerkompromiss...

Hannes Preishuber

Es gibt sicher berufenere als mich um über Staatsformen zu referieren. Aus meiner Warte muss ein Staat nicht demokratisch sein um erfolgreich im Sinne von Wohlstand und Frieden zu sein. Was aber immer klappt, ist die Verantwortung in die Hände der einzelnen zu legen.
Ich bin enorm unzufrieden, wie Deutschland mit seiner Dauergerechtigkeit die Bürger per Geldtransfers entmündigt und damit auch abhängig macht. Ist aber konsens und somit auch nicht zu ändern.
Unternehmer können nicht im Konsens arbeiten. Das Interesse des Unternehmenserfolges muss über allem stehen.

Dirk Primbs

Zumindest funktioniert Demokratie in vielen Staaten und das sind Organisationen von höherer Komplexität als Unternehmen. Und Dein letztes Statement wonach das Interesse des Unternehmenserfolges über allem zu stehen habe schließt erstens demokratische Strukturen nicht aus und zweitens bin ich da auch nicht Deiner Meinung.

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Was soll das hier?

Das hier ist ein sogenanntes Web-Log (oder Blog) in dem Dirk Primbs sich selbstdarstellerisch, gelegentlich witzig und manchmal auch zynisch-unfreundlich über eine breite Spanne an Themen ausläßt. Von Religion über Politik bis Technik, Fernstudium und Patchwork 2.0 reicht die Bandbreite, macht da aber nicht halt. Ein Kraut-und-Rübenblog sozusagen. Trotzdem interessant, glaubt Dirk...

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