Jun
17
2011

B203 Rückschau

Diese Woche habe ich wenig gebloggt.

Das hatte einen ganz einfachen Grund: Mit Exam Prep, einer Konferenz an der ich teilnehmen durfte, 4 Projekte, die sich allmählich dem Ende nähern, allgemeiner Familienorga und Hochzeitsvorbereitung war ich dann irgendwann doch sauber überlastet und priorisierte mein Blog herunter.

Jedenfalls war es dann am Mittwoch so weit. Mein erstes handschriftliches Examen seit 17 Jahren. Wow. 3h am Stück schreiben. Ich dachte, mir fällt die Hand ab Smile Wie es lief, kann ich gar nicht wirklich beurteilen, bin aber optimistisch.

Wie alles begann…

Jedenfalls ist es damit vorbei und ich denke mir, für all jene, die mir nachfolgen werden, schreibe ich einen kurzen Rückblick und fasse meine Eindrücke zusammen.

Am Ende verlinke ich dann noch ein paar einzelne Posts aus der Zeit und die Links zu meinen Sketchnotes, nur falls jemand diesen Post bei seiner Suche nach B203 Content gefunden haben sollte…

“Business Functions in Context” ist der volle Name von B203 und es handelt sich dabei um einen Pflichtkurs meines Studienabschlusses. Aufgeteilt wurde denn auch in die Hauptfunktionen jeder Organisation: Operations, Marketing, Accounting & Finance, Human Resource Management und Information Management. Jedem Block ist ein Buch und ein Begleit”heft” zugeordnet und ein Monat Studienzeit mit Abschlußpaper vorgesehen.

IMG_0539Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Eindruck. Der bestand nämlich aus dem unglaublichen Bücherstapel, der einem mit B203 geschickt wird. Das kann schon einschüchternd wirken.

Kaum zu glauben, dass ich da jetzt durch bin…

Das Forum

B203 wurde jedenfalls von einigen meiner Mitstudenten als unglaubliche Tortur empfunden. Die Beschwerde über die Menge an Lesestoff zog sich durch den gesammten Forumsverkehr und begann schon in Woche 3.

Ich erinnere mich, dass ich ganz zu Anfang irgendwann nicht an mich halten konnte und ins Forum postete, dass das hier schließlich ein Unistudium sei und kein Häkelkurs. Wenn man Feuerwehrmann werden will, darf man sich doch auch nicht darüber aufregen in der Ausbildung mit schweren Wasserschläuchen in Kontakt zu kommen…

Danach habe ich mich im Wesentlichen dem Forum ferngehalten und bis auf Pflichtdiskussionen in der eigenen Studiengruppe (im OU Jargon TGF genannt) den Ball flach gehalten.

TGF und Tutor

Das war eine zweite Beobachtung: Das TGF in diesem Kurs war das mit Abstand schwächste bisher. Unser Tutor hatte ganz zu Anfang gepostet, niemand solle eigene Threads anlegen sondern stattdessen immer seine vorgegebenen verwenden und damit jegliche Aktivität im Ansatz erstickt.

Ganz im Gegensatz dazu ging es im Kursweiten Forum dauernd hoch her. Neben der allgemeinen “Ich schmeiß jetzt hin, der Kurs verlangt zu viel von mir”-Jaulerei gab es ein paar Regulars, die sich mit extremen Aufwand beteiligten und vielen halfen. Hut ab. Speziell eine Kommilitonin schrieb derart viel in den letzten Monaten, dass ich sicher bin, sie hätte glatt einen weiteren Kurs mit diesem Zeitaufwand durchziehen können.

Die Assignments und: ICH HASSE NORTEL (sorry)

Die Papers dieses Kurses fand ich persönlich handhabbar wenn ich auch nie über 70% hinaus gekommen bin. Erstaunlicherweise kam ich auf diesen Wert unabhängig davon wie viel Aufwand ich reinsteckte, die letzten beiden schrieb ich denn auch nur noch in je 3h. Nervig war die sich durch den gesammten Kurs ziehende Casestudy. Mit Nortel war ein Unternehmen ausgewählt worden, das inzwischen in der Realität pleite gegangen ist, für das wir aber ständig Empfehlungen aussprechen mußten. Die waren Teil der Online-Aufgabe und mußten als Reflektion auch in jedes TMA (Tutor Marked Assignment). Das letzte Paper beschäftigte sich dann auch ausschließlich mit dieser Casestudy. *Ächz*

Ich habe es dann aus kurstaktischen Gründen auch nicht geschrieben nachdem ich im Wertungsrechner feststellte, dass ich a) schon genug Punkte zusammen hatte und b) nie eine derart hohe Wertung in diesem TMA erreichen würde um einen nennenswerten Unterschied zu erreichen…

Mein persönliches Fazit:
  • Ich habe viel gelernt. Die einzelnen Funktionen fand ich faszinierend und ich hatte viele Aha-Momente.
  • Die Bücher zu Operations Management, HRM und Finance sind hervorragend, Marketing und Information Management fand ich persönlich furchtbar und habe mir sehr schnell alternatives Material besorgt.
  • Die Kursbegleitbücher braucht kein Mensch, denn das generelle Theme war: Les das Buch, bearbeite Paper und Diskussionen… Wer selbstverantwortlich lernt kam damit garantiert auch ohne zusätzliche OU Lektüre klar.
  • Ich hasse Nortel. Was für eine ermüdende und nervige Dauerübung…
  • Die Jammerei im Forum war unglaublich nervend. Ein ständiges Heulen und Zähneklappern.
  • Die Selbstbeweihräucherung anderer im Forum auch…
  • Richtig nervig fand ich, dass die Bücher nicht als PDFs in den Kursresourcen enthalten waren. Manche gab es vom Verlag in irgendwelchen Online-Varianten aber ich hätte mir eigentlich gewünscht meinen Kram auf meinen Devices mitnehmen und unterwegs studieren zu können ohne immer ein paar Kilo Papier rumzuschleppen…
  • Das Examen war mühsam vorzubereiten (hoffentlich bin ich kein Re-Sit Kandidat) aber dann eigentlich gar nicht so schlimm. Ich fand es jedenfalls schön, ein paar Leute aus dem Kurs mal persönlich zu treffen.

Alles in allem war der Kurs die Mühe wert. Und wer nicht vergißt, dass die OU eine hohe Akkreditierung als Business School zu beschützen hat, versteht auch, dass sie ihren Studenten ordentlich etwas abverlangt. Sonst wäre der Abschluß das Papier nicht wert auf dem er letztlich gedruckt werden wird Smile

So, das war meine kleine Rückschau. Mehr Infos und Details gibt es in dieser Auswahl von Blogposts der letzten Monate (oder alternativ für die komplette Liste an B203 relevanten Posts, einfach hier klicken):

Kommentare (1) -

Tetyana

Hi Dirk,
Gratulation zur geschriebenen Klausur!Ich bewundere deine Motivation und Fleiß nicht nur was das Bloggen angeht.
Ich hänge jetzt schon im SommerlochFrown
Gruß,
Tetyana

Kommentare sind geschlossen

Was soll das hier?

Das hier ist ein sogenanntes Web-Log (oder Blog) in dem Dirk Primbs sich selbstdarstellerisch, gelegentlich witzig und manchmal auch zynisch-unfreundlich über eine breite Spanne an Themen ausläßt. Von Religion über Politik bis Technik, Fernstudium und Patchwork 2.0 reicht die Bandbreite, macht da aber nicht halt. Ein Kraut-und-Rübenblog sozusagen. Trotzdem interessant, glaubt Dirk...

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