Jul
18
2011

Zum Zweiten: Der PDF-taugliche 10 Zoll eBook Reader mit eInk Display und Windows als System

In meinem Blog gibt es einen Evergreen: Den 10 Zoll eBook Post… Eigentlich war das nur ein “Blogseufzer” und Ausdruck dafür, dass es das Gerät, das ich gerne gehabt hätte, leider so nicht gab. Aber jeden Tag surfen mindestens 10 Besucher auf genau diesen Eintrag und das seit immerhin über einem Jahr.

Grund genug, mal nett zu meinen Besuchern zu sein und den Post zu aktualisieren.

Was ist die Anforderung?

Kurz gesagt: Lesen und Schreiben ist die Anforderung. Ich bin als Fernstudent mit der Lektüre von zum Teil mehreren Kilogramm schweren Fachbüchern beschäftigt. Die würde ich gerne als Kindlebooks oder PDFs elektronisch lesen wollen.

Als Steigerung davon – und der Grund für das Windows-Requirement – bin ich noch dazu begeisterter OneNote Nutzer und schreibe viel mit der Hand auf meinem Tablet PC.

Quasi durch die Hintertür kommt dann noch der Vorteil eines Windows-PC, Office und damit OneNote und Live Mesh zu unterstützen.

Vor einem Jahr seufzte ich noch, dass ich eInk wollen würde. Das war allerdings weniger wegen der großartigen Displayqualität als wegen der Akkulaufzeit. In Zeiten von 10h Akkulaufzeit dank SSDs und neuen Farbdisplays ist das aber nicht mehr so wichtig für mich.

Paper und Studienunterlagen kommen oft als fest gelayoutete PDFs und sind meist auch nicht so einfach umzuformatieren wie klassische Romane. Das brachte mich zu dem Wunsch, ein möglichst großformatiges Gerät zu besitzen, idealerweise ungefähr A4, das trotzdem leicht bleibt. Dieses Requirement schränkt die Geräteauswahl allerdings sehr schnell ein, da die meisten Geräte kleiner ausfallen.

Welche Geräteklassen gibt es?

Im Grunde kommen drei Gerätetypen in Frage:

  1. Slate: Das sind Tastaturlose Mini-Computer mit Touch und gelegentlich auch Stiftbedienung. Der iPad ist ein Beispiel für einen Slate.
  2. Convertibles: Diese Geräte sind in der Regel mit Windows und Tablet-Funktionalität incl. Stift ausgestattette Laptops bei denen der Bildschirm sich durch drehen und Klappen auf die Tastatur legen läßt.
  3. eBooks: Meit mit eInk Display ausgestattet sind diese Geräten Spezialisten für das Lesen von Dokumenten unterwegs.

Für mich ist OneNote ein wirklich wichtiges Kriterium, genauso wie die Stiftbedienung. Daher scheiden viele Geräte direkt aus.

Welche Geräte kommen also in Frage?

Jetzt wird es spannend. Würde ich auf alle oben genannten Kriterien bestehen (Windows, eInk, >10 Zoll, Stiftbedienung), dann gäb’ es keine Geräte am Markt. Ich ließ aber schon durchblicken, dass ich auf das eInk Display verzichten würde sofern die Akkulaufzeit lang genug ist. Ich setze mal 6h+ an was zwar immer noch massiv unter gängigen eBooks liegt, aber wenn dafür der Rest stimmt gehe ich den Kompromiss ein…

Alternativ könnte ich auch auf OneNote & Co verzichten. Dann wird das Feld ganz eindeutig von einem Player dominiert: Kindle DX… Letztlich kam ich auf eine Liste von Geräten, die mir zur Zeit geeignet scheinen, aber bei allen muß ich Kompromisse eingehen. Schaut selbst und laßt mich wissen was ihr davon haltet:

Gerät Größe Akkulaufzeit Handschrift Sonstiges
Kindle DX
image
26,4 x 18,3 cm
= 9,7 Zoll
>10 Tage Nein - Whispernet
- Kindle Store
- eInk
379 USD
830g
Asus EeeSlate
31 x 20 cm
= 12,1 Zoll
4,5 Stunden Ja i5, SSD, Touch & Stift,
>900€,
>1.2kg
Acer Iconia Tab W500
19 x 27.5 cm
= 10,1 Zoll
4,5 Stunden Ja 470€
>1kg
ViewSonic ViewPad 10
17 x 27,5 cm
= 10 Zoll
4,5 Stunden Ja 440€
Intel Atom
>1kg
chiliGREEN E-Board OT0711
17 x 27,5 cm
= 10 Zoll
4 Stunden Ja Intel Atom
380€
835g

Die Liste ist nicht mit einem Marktüberblick zu verwechseln. Ich habe nur ein paar der momentanen für mich in Frage kommenden Geräte ausgegraben.

IPad und HP Touchpad scheiden übrigens für mich von vornherein aus, da sie weder eInk noch Stiftbedienung unterstützen und ich nicht mehr als einen Kompromiss eingehen wollte. Dasselbe gilt für die vielen Android-Geräte da draußen. Falls Du, lieber Leser, einen Pad der aktuellen Generation Dein Eigen nennst und ihn empfehlenswert findest, laß uns das doch in den Kommentaren wissen. Ich ergänze auch gerne ggf. die Tabelle Smile

Fazit

Im Moment gibt es meinen Pad noch nicht. Entweder sind die Geräte funktional nicht das wonach ich suche (TouchPad, iPad) oder die Akkulaufzeit unterirdisch (gilt leider für die meisten der o.a. Geräte), oder sie sind langsam (alle Celeron und Atom betriebenen Geräte). Kommt dann mal ein Device um die Ecke, das die meisten Disziplinen meistert ist es in der Regel schwer und teuer…

In der o.a. Liste (und mit dem iPad im Hinterkopf) wäre mein Sieger der Kindle DX, der bisher ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis hat und zumindest die Dinge, die er macht richtig gut meistert.

Letztlich werde ich aber noch etwas warten bis ich einen richtig guten Slate haben kann. Ich will halt einfach alles und nicht die 75% Lösung, die mir Amazon und Apple verkaufen würden…

Kommentare (4) -

Wolfgang

Also Stifte für iPad und Android Geräte gibt es inzwischen. Getestet hab ich aber noch keinen.

Ich werd mir aber eventuell für mein Xoom demnächst einen zulegen, falls du Interesse hast ob das gescheit funktioniert, kann ich dann gern nochmal bescheid sagen.

Auch sonst bin ich mit dem Xoom mehr als zufrieden, ich hab auch meine sämtlichen OU-Unterlagen drauf und komm gut damit zurecht. Selbst bei Sonne kann man die PDFs auch noch gut lesen, solang diese sich nicht direkt im Display spiegelt.

Dirk Primbs

Stimmt, Stifte gibt es. Nur sind sie groß, ungenau und Du darfst das Display nicht berühren während Du damit arbeitest...
Was den Xoom angeht, der klingt in der Tat interessant Smile

Wolfgang

Hi,

inzwischen hab ich mir so einen Stift besorgt und bin absolut begeistert.
Es funktioniert perfekt, er ist genau (da hatte ich erstmal Sorgen, weil der Stylus-Part keine Spitze hat wie von früheren Geräten bekannt, sondern eine Art Gummi-Aufsatz), und ich berühre damit schon den Bildschirm.

http://www.amazon.de/gp/product/B0050ZKLQS

Das ist der Stift. Ein kleiner Nachteil bei diesem Typ: Vorne ist ein Kugelschreiber drin, was erstmal praktisch klingt, aber die Spitze wird durch eine Drehung des Stiftes ausgefahren, was relativ leicht funktioniert, wenn man die Rückseite für das Tablet benutzt (und damit malt man sich die Hand an ^^).

Für die Handschrifterkennung habe ich mir diese App runtergeladen:
www.phatware.com/.../writepadforandroid

Damit wird eine neue virtuelle Tastatur installiert, in welcher man schreiben kann. Die Erkennung klappt ohne Probleme, und das obwohl meine Handschrift (besonders auf einem Tablet) sicher nicht zu den schönsten zählt.

Also alles in allem kann ich das wirklich weiterempfehlen, wenn die angemalte Hand stört dann einfach die Kugelschreibermine entfernen oder einen der anderen Stifte besorgen.

Marco Scheel

Ich hab mir genau aus den Gründen den Fuji geholt:
de.fujitsu.com/.../stylistic_q550.html

Der Q550 ist nicht der schnellste, aber für Google Reader. Twitter und OneNote ist das Ding echt gut. Ich komme so auf 8 Stunden Akku Laufzeit. Aktuell habe ich noch Urlaub und kann keine Alltagstauglichkeit im Beruf beschreiben, aber zusätzlich zu meinem Kindle und mein DELL E6410 ist es die perfekte Kombi.

Auch wenn man mit den kapazitiven Stiften schreiben kann, muss ich Dirk einfach recht geben, dass die genauigkeit mit einem echten Stift und der passenden Technik nicht zu schlagen ist. Und MS macht das wirklich schon sehr lange. Ich nutze Tablets schon seit der XP Tablet Zeit Smile

Der Fuji hat einige Vorteil:
* Active und Passiv Digitizer
* MultiTouch mit 4 Punkten
* Hohe Akkulaufzeit
* WBF Fingerprint Reader!
* Preis: 629 Euro
Nachteile:
* Keine Halterung für den Stift
* Langsamer Prozessor
* Langsame Grafikkarte

Fazit: Es bleibt ein Spezialprodukt. Ein eingefleischten iPad User wird viel zu mekern haben. Ein OneNote User wird es lieben Smile Ich habe seit jahren von dem Produkt geträumt und muss so kein iPad kaufen Smile

Ciao Marco

Kommentare sind geschlossen

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Das hier ist ein sogenanntes Web-Log (oder Blog) in dem Dirk Primbs sich selbstdarstellerisch, gelegentlich witzig und manchmal auch zynisch-unfreundlich über eine breite Spanne an Themen ausläßt. Von Religion über Politik bis Technik, Fernstudium und Patchwork 2.0 reicht die Bandbreite, macht da aber nicht halt. Ein Kraut-und-Rübenblog sozusagen. Trotzdem interessant, glaubt Dirk...

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