Jul
27
2011
Nicht erst seit gestern regen sich meine Liebste™ und ich regelmäßig über unseren Hort, den Kindergarten und hiesige Schulen auf. Nicht etwa weil die schlecht und die Lehrer inkompetent wären, das kann man wirklich nicht behaupten. Sondern weil unser Kinderbetreuungssystem fast exklusiv für Eltern klassischer Aufteilung gemacht ist.
Mit klassischer Aufteilung meine ich: Ein Partner (meist der Mann) geht Vollzeit arbeiten während der andere (in der Regel die Frau) überwiegend zu hause ist. Vielleicht wird noch eine Halbtagsstelle eingeplant, aber das war es dann auch schon. Ansonsten gilt die Annahme, nachmittags wäre ein Erwachsener greifbar. Und dieses Modell wird von unseren Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen zementiert.
Wie sonst soll ich es verstehen, dass der Kinderhort meiner Stadt in der ihm durch die Gemeinde gegebenen Satzung vorgeschrieben bekommt, mindestens den ganzen August geschlossen zu sein?
Oder Schulen, die zum Teil mit zwei Tagen Vorlauf darüber informieren, dass das Kind bestimmte Gegenstände in den Unterricht zu bringen habe, die erst einmal gekauft werden wollen. Alles kein Problem? Naja, vielleicht dann kein Problem wenn der Sprößling gleich am ersten Abend an den Zettel denkt. Durchaus ein Problem wenn ihm der Zettel erst tags drauf einfällt…
Oder wie wäre es mit dem grandiosen Nachmittags-Hausaufgabenbetreuungsprogramm des Gymnasiums vor Ort? Die betreuen die Kinder bis um 4 Uhr Nachmittags (immerhin) und zwar Montag bis Donnerstag! Freitag Nachmittag? Haben wir da nichts vergessen? Ach ja. Gute Mütter arbeiten da ja eh nicht, ich vergaß. Es haben nur Rabeneltern wie wir ein Problem mit solchen Planungen!
Wir haben gestern überschlagen wie viele Tage Schule und Hort im Jahr gleichzeitig geschlossen sind und kamen auf knapp 6 Wochen. Tja… Da geht er hin unser Jahresurlaub.
Dabei könnte alles so einfach sein, wäre es unserer Regierung ernst mit der Gleichstellung von Mann und Frau. Private Betreuungseinrichtungen machen es vor. Eine Freundin macht uns beispielsweise regelrecht neidisch mit der Information, dass in ihrem Heimatort ein DRK Hort existiere, der gerade mal 2 Wochen im Jahr geschlossen sei.
Der Hort am Münchner Flughafen schaffte es sogar eine Weile, Kinder dynamisch nach Bedarf aufzunehmen. Nix Vorplanung, Anmeldung, garantierte Anwesenheitszeiten, Ausflüge des Horts, etc…
Apropos Ausflüge… Letzt hatte der Hort seinen Betriebsausflug (sei ihnen gegönnt) und daher geschlossen (logisch). Und wann war der? An einem KOMPLETTEN DIENSTAG! Unter der Woche! Wäre ja auch zu schön gewesen wenn wir einfach das Wochenende hätten verlängern können oder der Hort gar den Montag vormittag gewählt hätte (ich will ja gar nicht von einem Wochenende sprechen…). Nein, stattdessen gehen wir alle mal am Montag arbeiten und nehmen uns dann einen Tag Urlaub um den Hort im Teambuilding zu unterstützen.
Aaaaaaaaaaah
So. Sorry, Leute.
Rant over.
Aber es mußte mal raus…