Aug
3
2011
Darf ich vorstellen: Meine neue Gespielin 


Anlässlich unseres Alpentrips im August waren wir auf der Suche nach einer Kamera, die weniger Platz und Gewicht verbraucht als unsere geliebte 50D und 20D… Mein Problem mit Kompaktkameras (ich habe schon einige probiert
) jedoch war, dass sie in aller Regel zu viele Kompromisse machen. Zu wenig bildgestalterische Möglichkeiten treffen da meist auf schlechte Performance im Available Light Bereich und lausige Objektive…
Die Sony Nex-5 (Link zu Amazon) hat das Potential mit den meisten dieser Schwierigkeiten fertig zu werden:
- Es handelt sich um eine Kamera mit derselben Sensorgröße wir gängige Crop DSLRs (etwa meine 50D). Ergo: Es lässt sich mit Tiefenschärfe spielen und die Performance bei schlechten Lichtbedingungen ist auch ordentlich.
- Es ist eine Systemkamera was bedeutet, dass man sich durch unterschiedliche Optiken verschiedene Fotosujets erschließen kann oder auf Kompaktheit hin optimieren kann. Auf den Fotos oben sieht man links das 18-55/3.5-5.6 Kit Objektiv und rechts das 16mm/2.8 Pancake
- Der Body ist so groß wie bei einer Kompakten. Da kein Spiegel verbaut ist, sind auch die Objektive näher am Sensor und allgemein kleiner. Damit wird die Kamera schön transportabel.
Das waren – grob gesagt – meine Gründe für diese Kamera… Sie kam dann auch recht schnell und der erste Eindruck war zwiespältig. Zunächst Muss man sagen, dass das Autofokussystem deutlich langsamer ist als bei einer ausgewachsenen DSLR. Auch an den fehlenden Blick durch die Linse werde ich mich nicht mehr gewöhnen. Die fotografische Leistung und allgemeine Bedienung war dann aber ganz ordentlich und versöhnte mich ein wenig. Die Kamera kann Full HD Videos aufnehmen und auch die High ISO Performance ist – wenn auch nicht so gut wie bei der EOS – dann doch ordentlich.
Wenn man wie ich Fotos gewohnheitsmäßig per Lightroom entwickelt wird sich über das RAW Format freuen. Außerdem empfehle ich die Lens Correction, denn leider sind die Sony Linsen dann doch eher am Endkundensegment ausgerichtet und machen
Qualitätskompromisse bei der Korrektur von Verzeichnungen und Unschärfen.
Was aber viel Spaß macht ist gerade in dem Licht der Objektivadapter mit dem ich meine Canon-Objektive nutzen kann. Leider nur vollmanuell und bei Offenblende (bzw. manuell voreingestellter), aber immerhin… Mit Hilfe des Schärfezooms der Kamera und der Vorschau lässt sich das ganz gut machen. Es lassen sich allerdings auch eher skurrile Kombinationen zimmern (hier mein “kleines” 70-200/4L):

Schraubt man nun mit diesem Adapter eine gute Optik wie mein EF 28/1.8 an, sieht das Ergebnis z.B. so aus:

Das Kit ist nicht ganz so spektakulär aber immer noch ordentlich:
Tja… alles in allem stelle ich fest, dass mir bildgestalterisch immer noch der klassische Sucher mehr liegt, aber für die Art von immer-dabei und Streetphotography (oder Wanderungs-Doku) ist die Cam genau richtig.
Last but not least kam inzwischen noch die Kameratasche mit der unsere Neue mit uns den E5 gehen wird… Pancake, Kitlense und Ersatzsensor passen da leicht rein und die Cam ist im Rucksack vor Stößen geschützt…


Fazit:
Tolle Kamera! Die Nex-5 punktet dadurch, dass ich sie in Situationen verwende in denen meine 50D bisher meist zuhause blieb. Daher fotografiere ich jetzt mehr und experimentiere mehr (eine gute Sache). Die Kamera ist vielseitig und macht bei der Bildqualität weit weniger Kompromisse notwendig als die meisten anderen Kompakten. Allerdings wünsche ich mir mehr Speed (das geht mir aber bei allen kleinen Kameras so) und eine größere Auswahl an hochwertigen Optiken.
Ich überlege allerdings, mir jetzt evtl. bei EBay oder einem Flohmarkt eine vollmanuelle Optik zu besorgen und damit zu experimentieren…